Hallo Andreas und die VNA-Fangemeinde,
das ist ja sehr schön zu erfahren, dass sich auch hier aus dem Forum einige an das VNA-Projekt von N2PK gewagt haben. Ihr seid nicht alleine –ich habe auch einen gebaut!
Hier mein Erfahrungsbericht:
Vor fast zwei Jahren gab mir Michael, OE1MIS, folgenden Link:
http://n2pk.com/
Diese und die weiterführenden Seiten habe mich so gefesselt, dass ich Stunden mit dieser Lektüre verbracht habe! Das Ist es! Ein richtiger Netzwerkanalysator – zwar nur bis 60 MHz konzipiert, aber seinen teuren Brüdern von HP usw. in Punkto Genauigkeit durchaus ebenbürtig. Ein Blick auf die Schaltungen: sehr überschaubar, also müsste machbar sein! Auch die Messdynamik von über 110 dB – verblüffend!
Ein weiterer Blick, was werden dort für Bauelemente gebraucht? Da setzte dann doch etwas Ernüchterung ein, vieles davon ist bei unseren einschlägigen Bekannten nicht im Sortiment ;-(
Michael gab mir jedoch noch folgenden Link:
http://www.makarov.ca/vna.htm
„PCB kits availability“ stand dort. Super! Das ist doch schon mal eine schöne Grundlage. Der Ivan, VE3IVM, hat hier eine tolle Arbeit geleistet und nach der Vorlage von N2PK ein komplett neues Board mit gleich zwei Detektoren entwickelt. Auf seinen Internetseiten findet man Unmengen von Aufbauhinweisen, Bildern, Messergebnissen, Zusatzprogrammen und Verbesserungen. Wirklich grandios, das war für mich der Startschuss.
Der Mailkontakt mit Preisanfragen und Versandbedingungen verlief mustergültig! Ich habe damals (06/2006) per payPal 74$ (zu der Zeit knapp 60 EURO) überwiesen und innerhalb der gleichen Woche waren die Boards per Luftpost bei mir. Neben der großen Grundplatine lieferte er noch zwei kleine Platinen für Messbrücken. Alles in extrem guter Qualität, doppelseitig, verzinnt, mit Lötstopmaske und Bestückungsaufdruck.
Als schöne Hilfe bei der Bauteilsammlung und der Bestückung erwies sich seine BOM (Bill of Material). Diese Liste ist allerdings auf amerikanische Bastler zugeschnitten, es sind hauptsächlich die Bestellangaben von DigiKey aufgeführt. So wie Andreas und Ralf schon andeuteten, hier sind ein wenig Bauteilekenntnisse sowie Improvisations- und Organisationstalent gefragt. „It is a hard Job!“ würden die Ammis sagen, aber nichts ist unmöglich!
Zunächst gib es da ein Yahoo-Forum zum N2PK-VNA:
http://groups.yahoo.com/group/N2PK-VNA/
„Hier werden Sie geholfen!“

Für Spezielle Teile, wie den die Messqualität maßgeblich mitbestimmenden MO (rauscharmer Masteroszillator) oder die Übertrager von MiniCircuits werden gelegentlich Sammelbestellungen initiiert. Das klappt wirklich gut. Meinen Oszillator habe ich von Eugene, AE2F für 50$ bekommen. Seine Sammelbestellungen lesen sich wie ein internationales Callbook. Das macht dann schon Spaß, zu merken, man ist als Funkamateur mit seinem „Messtechnikfimmel“ nicht alleine auf dieser Welt! Schönes Gefühl!
Die Anmeldung an die Yahoo-Group ist kostenlos und verpflichtet zu nichts. Es lohnt sich aber schon alleine der schönen Bildergallerie wegen. In der kann man die gebauten Exemplare vieler Gleichgesinnter sehen und bewundern. Es sind wirklich etliche kleine Meisterwerke dabei, schön anzusehen und inspirierend!
Einige der IC’s habe ich mir direkt von den Herstellern „schenken“ lassen. So kann man bei LT oder Analog-Divices pro Type je zwei Stück als Sample ordern – einfach per Mausklick – Lieferung innerhalb einer Woche.
Eine weitere Quelle sind Sammelbestellungen. So lief im vorigen über unsere alte Liste eine Bestellung bei DigiKey – gemeinsam sind wir (finanz)stark. Ich brauchte nur Kleinkram und wäre nie über deren Mindestbestellmenge gekommen.
Zwar werden in dem Yahoo-Forum größtenteils Beschaffungsprobleme geklärt, aber es sind dort auch einige richtig topp fitte Leute die mit Rat und Tat schnell helfen. Selbst der Meister persönlich, der Paul, N2PK, ist unermüdlich, selbst triviale Fragen zu erläutern.
Eine Warnung sei allerdings gegeben: Hier werden hauptsächlich die SMD-Bauteile der Größe 0805 benutzt – also nicht unbedingt ein Einsteigerprojekt. Mit viel Licht, optischen Hilfsmitteln wie einer guten Arbeitsplatzlupe und den richtigen Lötutensilien ist es jedoch zu schaffen.
Noch einige Bemerkungen zur Software:
So wie Andreas benutze auch ich die unter Windows laufende Software vom Greg, W8WWV.
Auf seiner Homepage ist auch ein ausgezeichneter Bericht zu seinem VNA zu lesen
http://www.seed-solutions.com/gregordy/A…PKVNA/MyVNA.htm
Er hat auch sehr nützliche Tools bereitgestellt, die die Inbetriebnahme oder eine Fehlersuche sehr erleichtern.
Auch vom Paul wird Software bereitgestellt, die sowohl unter DOS, als auch unter Windows funktioniert. Seine Inbetriebnahmetools sind praxisgerecht und helfen bei der schrittweisen Funktionskontrolle der einzelnen Baugruppen. Ich verwende einen alten Schleppi, 400 MHz, aber eben noch mit einem Parralleport und XP als OS. Für die neueren Windowsversionen wird allerdings ein Treiber benötigt, um die Schnittstelle direkt ansprechen zu können. Der Greg hat das ganz gut beschrieben.
Mein eigener VNA ist allerdings noch nicht ganz fertig. Er hat noch kein metallenes Zuhause und bekommt seinen Strom nur mal immer zum Testen provisorisch aus zwei Labornetzteilen.
Doch bereits die Inbetriebnahmephase hat mich ein wenig VNA-süchtig gemacht. Wenn man erst mal angefangen hat, möchte man nicht mehr aufhören.
G6JNA hat es mal in dem VNA-Forum treffend so formuliert:
“Looking forward to doing some transmission
testing tonight. 12 hours on and I can't stop smiling”
Ich hoffe, meine Begeisterung für den VNA kam durch den Bericht etwas rüber. Wer Fragen zu dem Projekt hat, hier, nur keine Scheu. Wenn jemand mit dem VNA-Bau noch zauderte, ich hoffe mein Bericht machte etwas Mut doch damit anzufangen. Es lohnt sich und macht Spaß!
Wenn noch Fragen offen sind, auch „hier können Sie geholfen werden!“

Und wenn man hier noch Mitstreiter finden kann, um so besser wird der Erfahrungsaustausch, denn auf den ist man teilweise angewiesen!
Schönen Dank daher an Andreas und Ralf für Eure Berichte!
73 de Dietmar, DL2BZE