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Sonntag, 23. April 2006, 00:47

Spatzen Baugruppe 7 (Schreibfehler?)

Hallo QRPer,

ihr kennt ja schon meinen zum Teil mit selbstgemachten Fehlern versehenen Weg, zu einem funktionsfähigen Spatz zu kommen. Nun hing ich in der Baugruppe 7 fest.

Die Messdaten ließen den Schluss zu, das sich der Treiber in den Transistorhimmel verdrückt hatte. Daher bestellte ich mir ein neues Exemplar vom QRPproject, was auch sehr schnell eintraf. Also Lötkolben angeworfen, alten Transistor rausgeschmissen und nicht den neuen eingelötet. Vorher musste der alte noch auf den "Prüfstand" (sprich Kontrolle der Funktion der PN-Übergänge). Mmh, die waren so, wie sie sein sollten. Auch der zum Vergleich herangezogene neue Transistor verhielt sich nicht anders. War da doch bloß irgendwo eine kalte Lötstelle?

Also lötete ich den alten Transistor wieder ein. Das Ergebnis blieb sehr schlecht. Mehr als rund 60 mV waren ihm nicht zu entlocken. Daher wechselte ich ihn nun doch gegen den neuen aus. Das Ergebnis blieb wie es war. Auf was kommt man als nächstes? Richtig, Bestückungsfehler. War aber auch eine Fehlanzeige. Inzwischen kann ich die Bauteilwerte des Treibers fast auswendig.

Während der neue Transistor noch auf dem Postweg war, hatte ich schon die 8. und damit letzte Baugruppe aufgebaut. So sparte ich mir das Einlöten des für den Test nach Baugruppe 7 immer erforderlichen 25-Ohm-Widerstands und konnte eine richtige Last an die Antennenbuchse anschließen (an der auch ein HF-Spannungsmesser hing).

Doch langsam kam mir eine Vermutung. Fast ganz am Anfang des Manuals steht auf Seite 5 in der Funktionsbeschreibung des Sendeteils: "Der niederohmige Ausgang von T5 ist galvanisch mit der Basis von T6 gekoppelt. R30/R31 legen den Arbeitspunkt von T6 in den B–Betrieb (kleiner Ruhestrom ~5 mA). Die dynamische Verstärkung der Stufe wird vom Gegenkopplungs–Netzwerk R34/C66/R33 bestimmt." Soweit sogut.

Im Aufbauteil der Baugruppe 7 steht aber: "R33 10R entfällt wenn zu viel Leistung". Und da bekanntlich das Einlöten besser zu bewerkstelligen ist als das Auslöten, habe ich den R33 natürlich nicht bestückt. Falls wirklich zu wenig Leistung herauskommen sollte (ich dachte da so an 1 bis 2 Watt statt der erhofften 5 W), konnte ich ihn ja immer noch nachträglich einlöten. Dass nun gar nichts herauskam, war mehr als wenig. Doch warum?

Sieht man sich den Stromlaufplan an und liest sich noch einmal den Satz aus der Funktionsbeschreibung durch, wird schnell die Fehlerursache klar. Es soll ein Ruhestrom von etwa 5 mA durch den T6 fließen. Doch der kann nur fließen, wenn auch ein Pfad für einen Gleichstrom vorhanden ist. Da ich ihm den Pfad aber durch das Weglassen des R33 nicht ermöglicht habe, floss auch kein Ruhestrom. Der andere Widerstand am Emitter (R34) war ja mit dem in Reihe liegenden C66 gleichstrommäßig nicht im Rennen und daher für die Arbeitspunkteinstellung nicht relevant.

Probehalber tippte ich den noch nicht eingelöteten R33 mal kurz auf die für ihn reservierten Lötpads. Sofort schlug der Spannungsmesser an der Antennenbuchse kräftig aus. Daher lötete ich den Widerstand nun richtig ein. Der Erfolg war da. Wieviel Leistung nun wirklich herauskommt, werde ich morgen ermitteln. Für heute muss es reichen, dass der Lastwiderstand merklich warm wird. Morgen werde ich auch noch die Feinarbeiten (Abgleicharbeiten) erledigen, damit der ungeduldig herumhüpfende Spatz endlich an Luft kann.

Fazit: Ich denke, dass ein böser Schreibfehler im Handbuch vorliegt. Der R33 (!) muss immer eingelötet werden. Wenn wirklich zu wenig Leistung erzeugt wird, kann der R34 (mit dem C66 in Reihe) noch zusätzlich eingebaut werden, der dann für die HF einen Nebenschluss darstellt. Bisher ist die Funktion der beiden Widerstande umgekehrt im Manual beschrieben. Was sagt ihr dazu?

72/73 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!

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Sonntag, 23. April 2006, 10:37

RE: Spatzen Baugruppe 7 (Schreibfehler?)

Zitat

Original von Ingo, DK3RED

Fazit: Ich denke, dass ein böser Schreibfehler im Handbuch vorliegt. Der R33 (!) muss immer eingelötet werden. Wenn wirklich zu wenig Leistung erzeugt wird, kann der R34 (mit dem C66 in Reihe) noch zusätzlich eingebaut werden, der dann für die HF einen Nebenschluss darstellt. Bisher ist die Funktion der beiden Widerstande umgekehrt im Manual beschrieben. Was sagt ihr dazu?

72/73 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!


Nein Ingo, kein böser Schreibfehler, sondern ein böser Denkfehler bei dir, war wohl schon spät?? 8).

Der Emitterwiderstand R34 liegt im Gleichstrompfad, ohne ihn kann kein Gleichstrom fliessen, er muss in jedem Fall da sein. R33 erniedrigt den Emitterwirderstand für das HF Signal. bekommen wir bedingt durch Exemplarstreuung hier zuviel Dampf, dann erhöhen wir den Emitterwiderstand durch entfernen von R33.

Darüberhinaus steht im Handbuch eindeutig, dass R33 erst entfernt wird, wenn die Leistung zu hoch ist. Du hast ihn bereits entfernt, als die Leistung noch NULL war. Schäm dich!
»DL2FI« hat folgendes Bild angehängt:
  • R33.jpg
73/2 de Peter, DL2FI
Don´t follow the path. Make one! (Helena Martins, Fotografin, die im Erwachsenenalter ihr Gehör verlor)

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Sonntag, 23. April 2006, 12:49

RE: Spatzen Baugruppe 7 (Schreibfehler?)

Hallo Peter,

> Der Emitterwiderstand R34 liegt im Gleichstrompfad, ohne ihn kann kein
> Gleichstrom fliessen, er muss in jedem Fall da sein. R33 erniedrigt den
> Emitterwirderstand für das HF Signal. bekommen wir bedingt durch
> Exemplarstreuung hier zuviel Dampf, dann erhöhen wir den Emitterwiderstand
> durch entfernen von R33.

ja, stimmt (schäm). Nach einem nochmaligen Blick auf den Bestückungsplan fiel mir dies nun auch auf. Der Kopf hat wohl um diese späte Stunde nicht mehr so

gut funktioniert. Den Widerstand, den ich anfänglich nur eingelötet hatte, war tatsächlich der R33 (der mit dem Kondensator in Reihe). Den direkt dazu

parallel liegenden R34 hatte ich nicht bestückt.

> Darüberhinaus steht im Handbuch eindeutig, dass R33 erst entfernt wird,
> wenn die Leistung zu hoch ist. Du hast ihn bereits entfernt, als die
> Leistung noch NULL war. Schäm dich!

Mach ich. ;o) Aber das nachträgliche Einlöten ist immer einfacher als das Auslöten. Und daher war die Versuchung zu groß, einen Arbeitsschritt einzusparen.

War wohl nichts, denn dafür habe ich den Transistor mehrmals ein- und ausgelötet.

72/73 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!