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Donnerstag, 12. April 2018, 15:35

Gegengewicht für Mobilantenne auf Magnetfuß auf Flachdach

Liebes Forum,
als antennengeschädigter OM mit negativen Vorerfahrungen aus Mietwohnungen möchte ich im eigenen Reihenhaus (nur 6 m Breite) keinen neuen Ärger mit den derzeit netten Nachbarn. Bislang habe ich mich nur mit qrp-Leistung und einer Balkon-KW-Antenne funkmäßig betätigt. Jetzt möchte ich mich auch auf 2m/70cm betätigen und denke, dass ich erst einmal mit einem Mobilstrahler, der fast unsichtbar ist, vom Flachdach über meinem Balkon aus die ersten Versuche starte. Vorerst soll nur kleine Leistung unter 10W genutzt werden.
Angeschafft habe ich mir eine Duoband-Mobilantenne von Difona SG7900 (1,58m lang, gestockt; auf 2m 5 dB-Gewinn, auf 70cm 7,6 dB-Gewinn. Der PL-Fuß der Antenne passt in einen Magnetfuß mit 3 großen Saugnäpfen mit SO239 Anschluss auch von Difona.
Nun mein Problem: Der Magnetfuß würde unten am Balkongeländer aus Eisen halten (da ist aber der Strahler zu lang), nicht jedoch oben auf dem Flachdach, wo eine Dachumrandung aus 30cm breitem Aluminiumblech um die gesamte Dachfläche von 60 m² Dachfläche befestigt ist.
Ich könnte den Magnetfuß auf eine gesonderte kleine Eisenplatte setzen und diese irgendwie auf dem Alu-Blech befestigen. Dies gibt jedoch bestimmt wegen der unterschiedlichen Metalle Korrosion. Würde es auch reichen, den Magnetfuß einfach nur auf das Alu-Blech zu stellen??? ?(

Dann hält der Magnetfuß zwar nicht magnetisch, da der Fuß aber fast 2 kg schwer ist, wird die dünne Mobilantenne auch bei 1,58 m Länge vom Wind wohl nicht abheben. Man könnte am Antennenfuß notfalls noch eine dünne Kette anbringen und am Alublech festschrauben, damit nichts wegfliegt.

Unklar ist mir nur, ob Alu-Blech als Gegengewicht wirkt?? Die Alu-Dachumrandung ist ja auch eine leitfähige Fläche, die auf einer Länge von ca. 22m um 3 Ränder des Flachdaches (2x 6m an den Schmalseiten und einmal mind. 10 m-Länge an der Längssseite des Daches) befestigt ist. Die Dachumrandung ist als U-Profil ausgelegt, damit kein Wasser über den Dachrand abfließen kann. Die Profilseiten sind zusammengerecht am Rande sicher je knapp 1 m breit.

Oder habt ihr andere Vorschläge bzw. Abstimmungstipps?

Es freut sich auf eure Antworten :rolleyes:
Hans-Peter DL6YES

2

Donnerstag, 12. April 2018, 16:00

Hallo Hans-Peter,

ich komme aus meiner Wohnung mit dem HFG und Gummiwurst auch nicht gut weg, für Verwendung daheim sitzt meine (2m: Lambda/4, 70cm: 5/8) etwas kleinere Magnetfuß-Mobilantenne daher auf einem emaillierten Backblech, das dann oben auf einem Schrankteil ruht :sleeping: Vielleicht taugt diese quick&dirty-Lösung zumindest übergangsweise auch für Dich. Emaille oder guter Lack lösen zumindest übergangsweise das Korrosionsproblem mit den unterschiedlichen Metallen, aufgrund der Flächen dürfte auch die kap. Kopplung ordentlich sein.

Unterschätze beim Outdoor-Einsatz aber nicht die Windkräfte, an Deiner Anderthalbmeterrute dürfte es schon ordentlich ziehen. Aber auch ein Backblech kann man ja HF-unkritisch mit paar Ziegelsteinen beschweren oder anderswie fixieren...

Erfahrungsgemäß hält übrigens nichts länger als ein funktionierendes Provisorium - in diesem Sinne viel Erfolg & auf bald :thumbup:

72/3, Tom 4 . .-
Das schöne an einheitlichen Standards ist, daß man so viele verschiedene zur Auswahl hat.

3

Donnerstag, 12. April 2018, 16:47

Wir haben selbst im kommerziellen Bereich Standfüße mit Waschbetonplatten eingesetzt. Für den Hausgebrauch gibt es z.B. so etwas:

https://www.xmediasat.com/standfuesse.htm

https://www.antennenland.net/Herkules-4-Platten-Staender

Das sollte bei dieser Antenne auf jeden Fall halten. Solltest du Bedenken wegen den unterschiedlichen Metallen haben, kannst du ja eine Gummimatte oder Dachpappe drunter legen. Das reicht auch als Gegengewicht.

Viel Erfolg - Armin

4

Donnerstag, 12. April 2018, 18:51

Etwas ähnliches gibt's im Baumarkt für Sonnenschirme deutlich günstiger. Betonplatten 50x50cm² haben die üblicherweise auch.

Peter

5

Donnerstag, 12. April 2018, 19:04

Warum eigentlich nicht den "Standard" X30 oder X50 die für jahrzentelang Wind und Wetter gebaut sind? Da ist dann auch die Befestigung viel einfacher. Dieser Mobilstrahler wird dauerhaft draußen nicht wirklich lange leben.
73 de uwe df7bl
Uwe df7bl

Wenn Du meinst etwas geht nicht, dann störe nicht die, die es gerade machen.

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6

Donnerstag, 12. April 2018, 19:39

Also das einfachste Gegengewicht ist ein mit Sand gefüllter Stahlblecheimer mit 10l oder mehr inhalt (gibt z.B. der örtliche Malermeister gern her, da er sich die Entsorgung spart).

Das funktioniert auf UKW bestens, vor vielen Jahren haben das sogar die Kollegen der 11m-Gilde so gemacht. Man kann sogar ein Loch in den Eimer bohren und einen Mobilfuss drauf montieren
.
72! de Uli

Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...

7

Freitag, 13. April 2018, 13:57

HalloTom,
sitzt meine (2m: Lambda/4, 70cm: 5/8) etwas kleinere Magnetfuß-Mobilantenne daher auf einem emaillierten Backblech,
bin überrascht, dass eine solch kleine Fläche schon als Gegengewicht reicht. Ich dachte, dass wie beim Auto schon so etwa 2 m² Fläche als Gegengewicht nötig wären. Dann sind die Tipps mit Backblech oder Metalleimer leicht umsetzbar.

>>Unterschätze beim Outdoor-Einsatz aber nicht die Windkräfte, an Deiner Anderthalbmeterrute dürfte es schon ordentlich ziehen.

Hatte gehofft, dass die dünne Stahlrute keine hohe Windlast erzeugt. Aber bei 1,5 m Länge entsteht am Fußpunkt bestimmt eine gewisse Hebelkraft. Deshalb wollte ich sie auf jeden Fall anbinden!

Beste 73 de DL6YES Hans-Peter :)

8

Freitag, 13. April 2018, 14:03

Hallo Uli,
das einfachste Gegengewicht ist ein mit Sand gefüllter Stahlblecheimer mit 10l oder mehr inhalt
das will ich auch mal versuchen. Ich hatte immer vermutet, dass als Gegengewicht eine große (1-2 m² große) Metallfläche nötig wäre! Der Stahleimer hätte den Vorteil, dass die Antenne von der Dachkante wegkäme. Dann ist sie von unten auf dem Flachdach gar nicht mehr sichtbar.
Beste 73 de DL6YES (Hans-Peter)

9

Freitag, 13. April 2018, 14:07

Hallo Peter und Armin,
Wir haben selbst im kommerziellen Bereich Standfüße mit Waschbetonplatten eingesetzt.
diese Idee mit den Standfüßen wollte ich später (wenn die Eigentümergemeinschaft nicht meckert) umsetzen, um meine magnetische Ringantenne AMA 3D von Käferlein aufs Dach zu setzen. Die ist aber deutlich dicker und damit besser von unten erkennbar als eine dünne Stahlrute ^^ .
Beste 73 für die Tipps de DL6YES (Hans-Peter)

10

Freitag, 13. April 2018, 14:13

Hallo Uwe,
Warum eigentlich nicht den "Standard" X30 oder X50 die für jahrzentelang Wind und Wetter gebaut sind? Da ist dann auch die Befestigung viel einfacher. Dieser Mobilstrahler wird dauerhaft draußen nicht wirklich lange leben.
73 de uwe df7bl
ursprünglich wollte ich mir die X30 in Kassel kaufen, bin dann aber von der Dicke des Strahlers abgeschreckt worden. Die Antenne soll erst mal weitgehend unsichtbar sein. Ob meine "Autoantenne" auf dem Dach längere Zeit überlebt, muss ich mal abwarten. Evtl. fällt den Nachbarn dann beim Austausch durch die wetterfestere Variante der X30 oder X50 diese neue Antenne weniger auf. :S
Beste Grüße
Hans-Peter DL6YES

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11

Freitag, 13. April 2018, 15:19

Hi Peter,

die X-30 ist ja nun eine kleine Antenne und geht bei umliegenden Nachbarn durchaus noch als UKW Empfangsantenne durch.
Wenn jetzt jeder versucht irgendwas "stealth" zu machen wenn er QRV sein möchte könnte man auch gleich aufhören einen
TRX anzuschliessen.

Bau was Du kannst und widerlege den Nachbarn das Du der "Störer" bist. Heute sind wir meist selbst die "gestörten" ...
73´s Jürgen , Red Pitaya SDR 5 wtts, 2 x 6,5 m indoor ... Member Log4OM Betatest Team

12

Freitag, 13. April 2018, 15:41

Hallo Jürgen,

>> Wenn jetzt jeder versucht, irendwas "stealth" zu machen, wenn er QRV sein möchte...

mein Problem ist, dass in Eigentümergemeinschaften mir zwar das Reihenhaus vom Keller bis zum Dach gehört. Das Dach selbst ist jedoch Gemeinschaftseigentum. Ich bin mir nicht sicher,ob ich ohne Zustimmung der Gemeinschaft eine Antenne auf "mein" Flachdach setzen darf. Wer fragt, bekommt Antworten; dies will ich jedoch vermeiden.
Du hast Recht, dass viele Störungen nicht von Funkamateuren ausgehen, sondern wir selbst durch Schaltnetzteile, LED-Lampen und Plasmafernseher (des Nachbarn) betroffen sind bzw. deren Empfänger nicht der CE-Norm entsprechen. Es fördert jedoch auch nicht das Nachbarschaftsverhältnis, wenn ich ihnen die B-Netz-Argentur schicke und sie dann zahlen oder die Störungen selbst beseitigen müssen. In deren Augen bin ich dann "Schuld", wenn ihnen Kosten entstehen.
Ich wünschte mir Gesetze, die die Einführung von störanfälligen oder störenden Geräten verbieten und den Herstellern die Kosten aufgebrummt würden, dann würde billige Chinaware etc. bald vom Markt verschwinden. :thumbup:

13

Freitag, 13. April 2018, 18:51

Hallo,
vielleicht wäre es ein Versuch wert, die Aluumrandung mal als KW-Antenne zu verwenden..falls nicht geerdet
73 de Addi

14

Freitag, 13. April 2018, 19:28

Dieser Mobilstrahler wird dauerhaft draußen nicht wirklich lange leben.
Moin Uwe,

da komme ich nicht mit. Warum soll eine Edelstahlrute, die an einem ruckeligen, fahrenden Wagen befestigt ist und in der Regel mit mehr Belastungen durch Kurven und Windgeschwindigkeiten zu tun hat als die legendären "Blindenstöcke"? Was nachgibt, bricht nicht. Mein Auto war damals mit vielen dieser dünne Antennen bestückt. Und auch Stationär haben sie immer funktioniert. Kann nur dazu ermuntern, die zu benutzen. Sieht auch keiner, aber die "Blindenstöcke" leuchten weit...

Gegengewicht: Nehmen wir einen vertikalen Lamda/2 Dipol als Grundlage, so sollte (zumindest theoretisch) das Gegengewicht auch irgendwie Lambda/4 sein. Aber so ein fetter Eimer oder andere Metallteile mit viel Fläche gehen. Engmaschiger Karnickelstalldraht sei noch genannt. Bei einer Magnetfußmontage gibts übrigens keine direkt leitende Verbindung zum darunter liegenden Blech (Autodach). Somit fungiert das Kabel als Gegengewicht bzw. die kapazitive Kopplung Fuß<>Blech.

Mir gefällt die umgdrehte Blecheimervariante mit Sand 'drin gut. Das lässt sich in einem passenden Blumenpott auch noch dekorativ hoch stellen. Viel Erfolg.
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15

Freitag, 13. April 2018, 19:43

Hallo zusammen,

als in diesem Thread bisher "nur" Mitlesender muss ich jetzt doch mal den Mund auf machen:

Merkt hier eigentlich keiner der Diskutanten, dass der Begriff "Gegengewicht" in Amateurfunkkreisen zwei Erklärungen existieren:

1. Elektrisches Gegengewicht, das die Abstrahlung eines Vertikalstrahlers verbessert (oder auch veschlechtert, je nach dem)
2. Mechanisches Gegengewicht, das eine Antennenkonstruktion vor dem umstürzen schützen soll.

Nach nochmaligen Lesen des Eingangspostings bin ich mir sicher, dass die Variante 1 gemeint ist. Evl. liege ich da ja falsch, aber ich verstehe nicht, dass hier lustig durcheinader diskutiert wird :(.

Evtl. kann der TO ja mal klarstellen, welche meiner Varianten gemeint war. Danke!
vy 72 de DH8DAP, Frank aus Schwelm nr Wuppertal, JO31PG

Ich bin Westfale von Geburt und Europäer aus Überzeugung!

www.golf19.de

16

Freitag, 13. April 2018, 20:04

Moin,
Plasmafernseher (des Nachbarn) betroffen sind bzw. deren Empfänger nicht der CE-Norm entsprechen. Es fördert jedoch auch nicht das

Ich wünschte mir Gesetze, die die Einführung von störanfälligen oder störenden Geräten verbieten und den Herstellern die Kosten aufgebrummt würden, dann würde billige Chinaware etc. bald vom Markt verschwinden. :thumbup:
CE ist keine Norm, das nur am Rande.

Diese Gesetze gibt es, bis zum kompletten Rueckruf aller Geraete aus dem Handel. Es gibt nur niemanden, der dies vollstaendig kontrollieren kann. Ausserdem stammen diese Geraete nicht nur aus China. Bei der Masse an Ware und dem Trend, diese bei E-Bay & Alibaba unter Umgehung der Kontrollen zu ordern, wird sich da nichts mehr dran aendern, ausser das es schlimmer werden wird. Und bei diesen Mengen werden die Hersteller evtl. Kosten aus der Portokasse zahlen.

73, Tom
DARC I18 |DL-QRP-AG #1186|G-QRP #14624|FISTS #15933|SKCC #13896|LIDS #88 https://twitter.com/DL7BJ

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Samstag, 14. April 2018, 16:57

1. Elektrisches Gegengewicht
Moin,

für mich zählt beim Diskutieren im Antennenbereich beim Begriff Gegengewicht nur die elektrische Variante. Version 2 rangiert für mich unter Befestigung und würde das - wegen der Verwechseleung - nicht als Gegengewicht bezeichnen. Deshalb wird im Absatz 2 meines Beitrages auch das elektrische Gegengewicht thematisiert. Absatz 1 ging nur auf den Punkt "warum eine Mobilantenne schlechter sein soll" ein.

Der große letzte Absatz vom Themenstarter bezieht sich auf das elektrische Gegengewicht. Und selbstverständlich wird auch Alu (=Metall) als elektrisches Gegengwicht fungieren. Wobei Puristen wieder Argumente zum Skin-Effekt und Wirkungsgrad bringen könnten... :whistling:

Und, falls die mechanische Seite eine Rolle spielt - natürlich gäbe es auch Möglichkeiten, eine Aluplatte mit einer magnetisch wirksamen Platte so zu kombinieren, dass keine Probleme durch die elektrochemische Spannungsreihe entstehen. Aber das wurde am Anfang nicht gefragt.
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Sonntag, 15. April 2018, 17:15

Hallo Hans-Peter,

ich habe eine etwa 1,5m lange Diamond-Mobilantenne für 2/ 70 mit PL Fuß seit Jahren auf dem Dach stehen. Dazu habe ich in einen ca. 5 cm breiten Streifen Alublech eine PL-Buchse eingebaut, diesen 3 mal abgewinkelt und genau wie diese Schneestopper unter einen Dachziegel geschoben, so dass die Fläche mit der Buchse waagrecht liegt.
Nachdem das vermutlich gestockte Halbwellenstrahler sind, ist das Gegengewicht unkritisch. Funktioniert wunderbar, keine Korrosion.
73 Wolfgang

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