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Dienstag, 12. September 2017, 15:02

Bandmodule mit Halbleiterschaltern umschalten?

Hi,
ich überlege, einen Monobander wie den neuen SODAPop mit Bandmodulen auszurüsten. Nun könnte man entweder die 3-Schiebeschalter-Technik von Steve Webber verwenden (ein Schalter für den Microcontroller, ein Schalter für den LPF am Sendeausgang und einen für einen Vorfilter am Rx, so macht das der Mountain Topper.

Oder man nimmt geeignete Relais.

Nun gibt es in der Zwischenzeit ja tolle Halbleiterschalter für analoge Signale in fertigen ICs, die man zB. beim Umschalten von Audiosignalen verwendet, z.B.

http://www.ti.com/lit/ds/symlink/sn74lvc1g3157.pdf

Es gibt bei Digikey auch ein ganz nettes Handbuch zu dem Thema:

https://www.digikey.com/en/articles/tech…ng-an-rf-switch

Hat das jemand schon einmal gemacht?

Ich vermute mal, dass ein Halbleiterschalter für den Vorfilter im Empfangsteil nicht so kritisch zu finden ist. Für den Sendeteil müsste man selbst bei QRP doch einiges an Spannung (44V Peak-to-Peak, oder?) aushalten.

Ein Kompromiss wäre die Umschaltung des LPF für Tx mit einem Schalter und die Umschaltung des RX-Filters mit einem Halbleiterschalter.

Mni tnx fer help ;-)

73 de Marzin, DK3IT

2

Dienstag, 12. September 2017, 15:12

Erste Fundstelle

Das hier habe ich noch gefunden:


https://www.nxp.com/docs/en/data-sheet/SA58643.pdf

Nur ist mir nicht klar, welche Leistungen der Chip aushält. Und 1 dB Einfügedämpfung bei HF sind halt auch 25 %.

Ideal wäre zudem ein Dreifachschalter.

  • »DL3PB« ist männlich

Beiträge: 226

Hobbys: ausschließlich QRP(p)/Selbstbau - minimalistische Radios & milliwatting

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3

Dienstag, 12. September 2017, 15:29

Hallo Martin,

mit dem SA58643 wirst Du wohl ins QRPp Fach wechseln müssen, 20dBm maximal ( 100mW ), Kompression bei 18dBm schon 1 dB.

Mittlerweile gibt es sehr kleine Relais, die wenig Strom verbrauchen ( eventuell auch bi-stabil ) und so mit nur einem Transistor z.B. von einem µC angesteuert werden können.

In meinen minimalistischen TRX verwende ich die für die CW-Tastung ( Voll-QSK ), selbst das stecken sie über Jahre hinweg locker weg und von der
Durchlassdämpfung und der Isolation sind die schwer zu schlagen.

Peter/DL3PB

4

Dienstag, 12. September 2017, 17:09

Halbleiter...

Hi,
ich denke, es müsste rein auf Halbleiterbasis gehen ;-)

W1FB hat eine ähnliche Lösung nur mit Dioden bereits 1991 beschrieben:

https://www.arrl.org/files/file/Technolo…pdf/9101024.pdf

Es gibt ja auch reichlich moderne ICs für diesen Zweck aus der Handy- und WLAN-Ecke. Mein Problem ist, dass ich in dem Dschungel nur schwer das beste ICs für diesen Zweck finde. Entweder reicht die Leistung nicht oder sie sind erst ab 200 - 500 MHz zu gebrauchen, da für Wifi oder Mobilfunk optimiert.

Am liebsten wäre mir ein doppelter 4fach Umschalter, damit könnte man dann vier Bandmodule umschalten, also ein DP4T.

Einen einfachen Umschalter für 5 W DC - GHz gibt es z.B. hier

http://www.analog.com/en/products/rf-mic…roduct-overview

Für 3 Bänder benötigt man dann aber 4 Stück (je zwei kaskadiert an beiden Seiten des Filters) und nochmal 4 für den Vorfilter des Receivers. Wobei man dort auch kleinere SP3DT nehmen könnte.
Martin

5

Dienstag, 12. September 2017, 17:23

Bester Fund bisher ;-)

Hallo,

mein bester Fund bisher:

http://www.analog.com/media/en/technical…ts/hmc544ae.pdf


- Hält bis zu 39 dBm aus, also fast 8 W bei 5V Vcc
- Einfügedämpung typisch 0.25 dB im HF-Bereich
- Klein (SOT-26 - 3 x 3 mm)

Man benötigt halt einige davon, aber im Verhältnis zu den Ringkernen ist das vernachlässigbar.

Kosten bei Mouser allerdings je nach Menge ca. 2 EUR pro Stück:

http://www.mouser.de/ProductDetail/Analo…g%252bLB1xd0%3d

Martin

  • »DL3PB« ist männlich

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6

Dienstag, 12. September 2017, 22:46

Ich gieße ja ungern Wasser in anderer Leute Wein, aber:
Der zitierte P1dB von 39dBm (typisch) gilt laut Datenblatt erst oberhalb von 300MHz ( und bei 5V Kontrollspannung ) und selbst dann müsste man mit einem zusätzlichen(!) Verlust von einem dB leben.
Das entsprechende Diagramm weiter hinten im Datenblatt zeigt nur Werte für Frequenzen oberhalb von 100MHz, bei 100MHz ist er bereits auf 33dBm abgesunken.
Sollte man zumindest erstmal mit der geplanten Leistungen im HF-Bereich testen, falls sich nicht noch ein robusterer Switch findet.
72/3
Peter/DL3PB

7

Mittwoch, 13. September 2017, 22:14

Noch ein Vergleich: mcHF-Transceiver

Der mcHF-QRP-Transceiver [1] macht es so:

http://www.m0nka.co.uk/wp-content/upload…3/mcHF_rf-1.pdf

Für den Leistungsteil verwendet er winzige, bistabile Relais, und zwar diese hier:

http://de.farnell.com/omron-electronic-c…c-1a/dp/1181070

Für die Filter im Empfangsteil verwenden sie SN74CBT3253C,

http://www.ti.com/lit/ds/symlink/sn74cbt3253c.pdf

Martin

[1] http://www.m0nka.co.uk/