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Montag, 25. März 2013, 10:07

Versuch einer Erklärung der BFO Frequenzen

Der Diskussion enthehmen wir, dass die Errklärung der grundsätzlichen Funktion der BFO wohl nicht ausreichend war. Ich versuche mal, etwas Klarheit zu schaffen.

Beispiel: Gegenstation auf 7030,000 kHz
Der MA12 hat ein Quarzfilter, dessen Mittenfrequenz für jedes Gerät etwas anders ist, die Abweichung von der aufgedruckten Frequenz des Quarzes kann einige hundert Herz betragen. Ursache sind 1. die Schwankung der Quarzfrequenz innerhalb der spezifizierten Toleranz und 2. die Tatsache, dass die Filterfrequenz durch die Ableit-Kapazitäten etwas gezogen wird.

Empfangen wir jetzt ein Signal auf 7030,000, so wird entsprechend der Ablage der Mittenfreuenz des Filters eine VFO Frequez zugemischt, die das entstehende ZF Signal genau in die Filtermitte transportiert. Bis hierhin ist das alles noch auf der HF Ebene, d.h. es geht nur um ein HF/ZF Signal. Um dieses Signal hörbar zu machen, müssen wir jetzt mi dem RX BFO ein Signal zumischen. Die Frequenz dieses BFO Signals muss um den Betrag der gewünschten Tonhöhe des empfangenen Signals höher oder tiefer als die Mittenfrequenz liegen. Bei dem einfachen Konstrukt (Minimal Art) des MA12 sind wir aber in unserer Entscheidung nicht frei. Wir können den BFO Quarz nur nah unten ziehen. Für einen 600Hz Ton muss also der Quarz 600 Hz unterhalb der Filterfrequenz schwingen!!!

Die Gegenstation hat einen Transceiver, der ebenfalls in irgendeiner Art das in seine SEINE Filtermitte gemischte Signal hörbar macht, indem er das ZF Signal mit einem Signal 600Hz(oder welchen Ton auch immer er hören will) oberhalb oder unterhalb der Filterfrequenz mischt. Sein VFO steht bereits so eingestellt, dass er auf 7030,000 sendet.

Damit er unsere Antwort hört, müssen wir zwangsläufig so senden, dass wir bei ihm auf 7030,000 ankommen. Unser VFO steht nun aber auch schon so, dass er 7030,000 auf auf unsere, spezifische ZF mischt, da können wir nichts mehr ändern. Variabel ist nur der Sender BFO. Den müssen wir jetzt so einstellen, dass unsere (filterabängige) VFO Frequenz gemischt mit dem TX-BFO Signal genau wieder 7030 ergibt. Das ist dann der Fall, wenn die BFO Frequenz genau der Mittenfrequez des Filters entspricht.

Zusammenfassung:
Der RX-BFO MUSS um die gewünschte Tonhöhe versetzt UNTERHALB der Filterfrequenz schwingen. Bei einem so einfachen Konzept wie dem MA12 ist je nach Quarzen nicht jede beliebige Tonhöhe wählbar.

Der TX BFO MUSS etwa auf der Frequenz der Filtermitte schwingen. ACHTUNG: Bei diesem einfachen Konzept konnte keine vollständige Pufferung eingebaut werden. Das bedeutet: Wird der VFO unterschiedlich stark belastet, verändert er seine Frequenz. Die Höhe der Belastung des VFO beim Senden ist davon abhängig, wieviel Steuerleistung wir über P2 entnehmen.

Wird der Abgleich so vorgenommen, wie in der Baumappe beschrieben, können wir einen teil des Versatzes kompensieren: Wir empfangen ein Signal und antworten dann. Während der Antwort steht der VFO unter Last, das bedeutet, er ist bereits etwas geschiftet. Stelle ich jetzt den TX BFO ein, dass er auf der Gegenstation frequenzrichtig gehört wird (mit der Tonhöhe, die dem Offset der Gegenstation, also deren BFO Ablage entspricht) dann habe ich den Mitzieheffekt für die gewählte Einstellung von P2 einigermaßen kompensiert.

Der Rest ist eigentlich geschenkt. Jedesmal, wenn ich QRV bin, höre ich Stationen im QSO, die bis zu 300 Hz auseinander liegen obwohl diese Stationen deutlich mehr Bauteile benutzen, als unser Minimal Art Transceiver MA12. Das der MA12 wegen einer Frequenzablage nur noch als Bauteile-Reservoir für andere Projekte gut sein soll, wie hier im Forum zu lesen ist, leuchtet mir nicht ein.
73/2 de Peter, DL2FI
Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

2

Montag, 25. März 2013, 10:32

Wird der Abgleich so vorgenommen, wie in der Baumappe beschrieben, (...) Stelle ich jetzt den TX BFO ein, dass er auf der Gegenstation frequenzrichtig gehört wird (mit der Tonhöhe, die dem Offset der Gegenstation, also deren BFO Ablage entspricht)
Hallo Peter,
genau das geht leider noch nicht. Bei allen anderen Geräten, die ich hier so besitzte, konnte ich das Verfahren (selbst ohne Spectran) immer erfolgreich anwenden. Aber ich bleibe 'dran.

Mit meinem Stationsgerät, bei dem ich mich mit der RX-Einstellung TUNE (BFO-Ablage = 0) wunderbar auf Schwebungsnull der Gegenstation einstellen kann um dann beim Zurückschalten auf CW wieder die im Gerät vorhandene Ablage transceive zu arbeiten, kann ich wunderbar alles abgleichen. Mit einem weiteren Empfänger (der einen Mithörer simuliert) kann ich einwandfrei feststellen, ob meine Station A mit der Station B in der Luft (im Gerät C) transceive ist.

Genau das geht derzeit mit dem MA12 noch nicht. Aber ich bleibe 'dran und führe mir die o.g. Beschreibung zu Gemüte.
73 de Michael, DF2OK Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gern hätten. Webseite qrz.com YouTube Twitter
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »DF2OK« (25. März 2013, 11:09)


3

Montag, 25. März 2013, 10:35

Hallo *,

ehe die Emotionen eventl. hochkochen ...vielleicht das Gerätchen einschicken mit der Bitte um Überprüfung?

73
de
Addi / DC0DW

4

Montag, 25. März 2013, 10:54

Moin Addi,

ich bin dabei ganz ruhig und ohne Groll, kein Problem. Das verschafft mir zumindest keinen "Blutdruck". ;) Auch wenn die eine oder andere Zeile trotzig 'rüberkommt (siehe Ersatzteillager). Natürlich möchte ich mit dem Gerät Betrieb machen. Natürlich ist das hier irgendwie eine Nuss, die ich knacken muss.

Einschicken ist eine Option, die ich - falls alle Stricke reissen - machen werde.

Die Funktion des BFO etx. ist mir durchaus bekannt; damals (TM) mussten wir in der Prüfung noch Blockschaltbilder selbst zeichnen :) Ich zweifle an mir meist zuerst, denn ich bin kein Entwicklungsprofi. Hätte ich nicht bereits mit meinen anderen Basteleien das alles irgendwie hinbekommen, würde ich mich gar nicht zu Wort melden.

Aber: Ist dieses Forum nicht dazu da, zu lernen? Vielleicht Fehler zu erkennen? Ggf. die eigene Betriebsblindheit zu überwinden? Angelehnt an das Baum <> Wald-Zitat: Vielleicht höre ich die Frequenz vor lauter Schwingungen nicht? ;)

Mich drängt nix, also lasse ich das immer mal ruhen und sehe dann weiter. In Ruhe und ohne Kampf.
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5

Montag, 25. März 2013, 11:59


Aber: Ist dieses Forum nicht dazu da, zu lernen? Vielleicht Fehler zu erkennen? Ggf. die eigene Betriebsblindheit zu überwinden? Angelehnt an das Baum <> Wald-Zitat: Vielleicht höre ich die Frequenz vor lauter Schwingungen nicht? ;)


Deswegen habe ich den Text zur Klärung geschrieben und da das sicher für mehr als einen interessant / wichtig ist als separaten Text und nicht als Antwort in den thread, in dem er dann unter einer Vielzahl postings verschwindet.

Es wurde ja berichtet, dass bersucht wurden den RX BFO auf ie Filterfrequenz zu setzen und den TX BFo 600Hz unterhalb - was dann natürlich nicht funzt.
73/2 de Peter, DL2FI
Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

6

Montag, 25. März 2013, 12:21

MA12 Frequenzproblematik

Hallo Peter, hallo MA12 Bauer,

ich bin mit meinem MA12 transceive. Nach dem Beitrag von Peter habe ich all meine Frequenzen im MA12 sorgfältig nachgemessen.
Mein BFO schwingt o b e r h a l b der ZF. Der Trimmer C17 gestattet es nicht, den BFO soweit herunter zu ziehen.
Der TX-Mischerquarz schwingt g e n a u auf der ZF.
Um das alles eventuell besser darzustellen, habe ich eine kleine Zeichnung angefertigt.
Daraus geht hervor, dass der BFO sowohl oberhalb als auch unterhalb der ZF arbeiten kann.
WICHTIG ist, wie Peter schreibt, dass der TX-Quarz g e n a u auf der ZF-Frequenz schwingt.
Da die ZF etwas unterhalb von 4.9152 liegt, ist es n u r eine Abgleichfrage des TX-Quarzes, um transceive zu werden!

73 von Olaf, DL7VHF

p.s. hier war ein Fehler im Bild enthalten. Ich habe das korrigiert.
»dl7vhf« hat folgendes Bild angehängt:
  • MA12qrgs.JPG

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »dl7vhf« (25. März 2013, 18:20)


7

Montag, 25. März 2013, 20:12

TX-Quarz Oscillator

Wenn C22-Trimmer für Soll-Freq auf Minimum steht aber immernoch "zu groß" ist (TX liegt tiefer als RX) , könnte man C23 kleiner machen (statt 47 bei mir 33 pF). Das "entlastet" den Quarz kapazitv und läst ihn höher schwingen. So habe ich mein TX-Freq exact auf RX justiert. Sonst hatte auch -200 Hz.

nick DL 5XJ

8

Montag, 25. März 2013, 23:46

Moin,

ich habe zwar eben zwei gute QSO gehabt. http://www.qrpforum.de/index.php?page=Th…67029#post67029 Irgendwie habe ich mich da "hingemogelt"...
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DF2OK« (26. März 2013, 09:29)


9

Dienstag, 26. März 2013, 09:28

Wenn C22-Trimmer für Soll-Freq auf Minimum steht aber immernoch "zu groß" ist (TX liegt tiefer als RX) , könnte man C23 kleiner machen (statt 47 bei mir 33 pF). Das "entlastet" den Quarz kapazitv und läst ihn höher schwingen. So habe ich mein TX-Freq exact auf RX justiert. Sonst hatte auch -200 Hz.
Hallo Nick,
die Modifikation werde ich als nächstes ausprobieren. Ich gehe davon aus, dass die Abgleichanleitung richtig ist. Solange ich das Gerät nicht wie dort beschrieben abgleichen kann, ist es für mich noch fehlerhaft.
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10

Freitag, 29. März 2013, 20:01

Wenn C22-Trimmer (...) könnte man C23 kleiner machen (statt 47 bei mir 33 pF).
Hallo Nick, es hat bei mir mit einer Änderung auf 27pF funktioniert.
73 de Michael, DF2OK Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gern hätten. Webseite qrz.com YouTube Twitter
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11

Freitag, 29. März 2013, 23:02

Hallo Nick, es hat bei mir mit einer Änderung auf 27pF funktioniert.
:thumbup: , Michael !
Hoffe bald auf 2WAY-MA12 QSO!


nick DL 5XJ