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Montag, 24. Oktober 2005, 12:57

Messproblem

Hallo,

nachdem ich endlich dazu gekommen bin, die beiden Kondensatoren C8 und10 in meinem HF-Multimeter auszutauschen, um die aussetzende Induktivitätsmessung zu verbessern, habe ich das Gerät neu kalibriert. Dabei stellte ich folgendes fest: Die Kalibrierung von Frequenzanzeige und Pegel funktioniert tadellos. Der Pegel wird korrekt und über eine großen Pegelbereich angezeigt. Auch die Frequenz wird stimmig wiedergegeben. Allerding setzt die Frequenzmessung ab 50 MHz im Bereich 2 aus und fängt im Bereich 3 erst wieder ab 60 MHz ein. Das ist aber kein schrecklicher Makel. Was mich jedoch irritiert ist, dass die Kapazitätsmessung sehr stark driftet; um genau zu messen, muss unmittelbar vor dem Anklemmen eines Bauteils auf "0" gesetzt werden. Die Kondensatormessung scheint weitgehend exakt zu sein, obwohl sich die Anzeige auch bei unterschiedlich eigegebenen Kalibrierwerten in der Software nicht ändert. Sie ändert auch nichts an den Induktivitätswerten. Diese liegen bei meinem Gerät sehr stark daneben, meist um wenigstens einen Normwert. Das - so schien es mir - war vor der Änderung von C8 und C10 nicht der Fall. Dann allerdings konnten überhaupt keine kleinen L-Werte gemessen werden. Hat jemand evtl. mal mit den genannten C-Werten experimentiert und solche Phänomene beobachtet? Welchen Einfluss hat denn die SW auf die Anzeige bei der L- und C-Messung?

73 Uli, DK4SX
73/2 de Peter, DL2FI
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2

Freitag, 28. Oktober 2005, 10:43

Hallo,

es hat mir keine Ruhe gelassen. Daher habe ich mich nochmals etwas mit dem HF-Multimeter befasst. Damit die Messung von L und C stabil ist und auch kleine L-Werte angezeigt werden, müssen die beiden Kondensatoren C8 und C10 eine möglichst hohe Güte und Kapazität haben. Folienkondensatoren bis 0,47 uF mit kleinem Raster haben diese Forderung nicht erfüllt. Daher habe ich versucht, "gute" Elkos einzusetzen, habe aber auch mit Alu-Elkos Schiffbruch erlitten. Erst der Einsatz von Tantals brachte den Duchbruch. Mit zwei Mal 6,8 uF ( die hatte ich gerade, mit 4,7 uF ... 10 uF geht es auch) waren nicht nur kleine Ls, sondern alle Werte im vorgegebenen C- und L-Bereich stabil zu messen.

Allerdings: Alle angezeigten L-Werte waren um den Faktor 1,1... 1,2 zu gering, lagen also beim jeweils kleineren Normwert. Hier stimmt entweder ein möglicherweise vom Erfinder eingebrachter Korrekturwert nicht oder die Klaibrierung für die C-Messung passt nicht für die Induktivitätsmessung. Man kann die Kalbrierwerte für den Referenzkondensator so veränderen, dass auch die L-Messung stimmt, dann sind jedoch alle C-Werte um den oben genannten Faktor zu hoch.

Ein sehr unbefriedigendes Resultat! Sollte jemand sonst noch einen solchen Effekt beobachtet haben oder möglicherweise alle Geräte nach Umbau von C8 und C10 diesen Effekt zeigen, dann sollte man daran denken evtl. die SW zu korrigieren. Ich kann noch nicht glauben, dass nur mein Gerät so daneben liegt. Versucht man nämlich die L-Kalibrierung durch einen zusätzlichen Kondensator zu korrigieren, kommen recht hohe Werte heraus; die lassen sich nicht einfach durch Streukapazitäten unterschiedlicher Aufbauten der Nachbauer erklären.

73 Uli, DK4SX

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3

Mittwoch, 9. November 2005, 10:49

Hallo,

mit der neuen Software und dem neuen Controller für das HF-Multimeter sind einige Probleme behoben. Die Anzeige flackert nicht mehr und die Messbereichsumschaltung lässt die Dimension des Bauteils besser erkennen. Das ist sehr gut gelungen. Auch die Kalibrierung läuft bestens. Allerdings hatte ich anfangs Probleme mit der C-Kalibrierung, bis Günther mich darauf aufmerksam machte, dass man nach jeder Eingabe eines neuen Werts für das Referenz-C und vor der anschließenden Kontrollmessung nochmals auf "null" stellen muss. Damit geht auch die C-Kalibrierung präzise vonstatten. Das sollte vielleicht noch im Handbuch vermerkt werden.

Bislang hatte ich mit dem hochpermeablen Ringkern für die L/C-Messung immer zu niedrige Werte bei der L-Messung. Nachdem ich einige Kerne durchprobiert habe, schien mir der FT-50-43 am besten geeignet zu sein. Er benötigt 15 Wdgn. CuL für etwa 90 uH. Er ist zwar etwas groß, passt aber dennoch gut vor die Steckbuchsen. Erhältlich ist er z. B. bei Reichelt. Mit diesem Referenz-L waren nicht nur die Kapazitätsmessungen stabil, sondern alle L-Werte, die ich gemessen habe so statistisch verteilt, dass mir eine Übereinstimmung der Werte innerhalb sehr geringer Toleranzen gegeben schien. So werde ich das Gerät lassen - ich bin sehr zufrieden mit der Funktion!

73, Uli, DK4SX

4

Freitag, 20. Januar 2006, 17:39

RE: Messproblem

Hallo Peter,

über den Jahreswechsel habe ich nun endlich meinen (im letzten Frühjahr) erworbenen HF-MM Bausatz zusammengebaut.

Der wollte zunächst gar nicht richtig spielen. Auf Grund der Hinweise in diesem Forum habe ich zunächst ohne vorher zu messen C8 & C10 gegen je ein 10uF Tantal-C ausgetauscht. Danach sprang die Anzeige vor dem Aufruf der "NULL" Prozedur immer noch wild, blieb danach jedoch fest auf 0,0000 stehen unabhängig vom angeklemmten Mess-C. ==> Also doch das Oszi herausgeholt & mal nachgeschaut:
Der LM311 schwang auf einer sehr niedrigen Frequenz (~3 Hz Rechteck) und nur an den Flanken war kurzzeitig eine ca. 400 kHz-Schwingung erkennbar. Ich habe C8 dann wieder auf 100 nF reduziert (das ursprüngliche Keramik-C), womit der Oszillator nun auf knapp 400kHz arbeitete & die QRG sich durch zuschalten einen Mess-Cs von 100 nF deutlich verringerte.

>>Soweit meine bisherige Erfahrung zu den C8/C10. <<

Obwohl die Schwingung nun sauber war und auch nach dem Multiplexer & Gating sauber am Controller-Eingang anlag änderte sich das Verhalten der Anzeige nicht.
Ursache war letztlich, dass die im Controller gespeicherten Abgleich-Werte völlig daneben lagen. (QRG z.B. 4096000). Nachdem ich mittels Kalibrierfunktion alle Werte zunächst mal auf "Soll" bzw. in die Mitte des Toleranzbereiches gesetzt habe wurden auch realistische Werte für ein 100nF-C angezeigt.
Insofern ist der folgende Satz aus der Bauanleitung nur mit Vorbehalt gültig: "Grundsätzlich kann man jetzt schon erste Messungen durchführen, allerdings sind genaue Messungen erst zu erwarten, wenn die Kalibrier-Routinen durchgeführt worden sind." Vielleicht löschst Du ihn oder formulierst das entsprechend, denn bei mir ging ohne eine sinnvolle Grundeinstellung der Kalibrierwerte nichts.

Ich hoffe im QRL die QRG & Pegelwerte abgleichen zu können. Dann werde ich mich nochmal zur Genauigkeit & Wertebereich für L & C melden & auch sehen, ob bzgl. C8 doch noch Änderungen nötig waren.

Noch eine Frage am Schluß:
Uli hat weiter unten eine neue SW & neuen Controller erwähnt. Mein HF-MM zeigt V11. Welche FW-Version haben die neuen Chips & kann ich ggf. bei Euch einen neuen beziehen?

73, Joe
DF7TH

5

Samstag, 21. Januar 2006, 00:37

Moin Joe u. Peter - der über die Feiertage bezogene Bausatz begann sofort nach Fertigstellung zu "spielen" und bisher ohne Kalibrierung einigermassen realistische C und L Werte zu liefern. C10, da im Kit fehlend, wurde durch einen Tantal ersetzt.
Ich werde in Kürze einen HF-Generator zur Verfügung haben und dann kalibrieren, gehe aber davon aus, dass dies problemlos sein wird. Info folgt beizeiten.
vy73 de Fred DL6XAZ - E12 - EPC 1419 - FHC 763
FT-8x7 & KX1 #0808 etc.
Flying Pig #62 / DL-QRP 2543 / ARS-DL /SOWP

6

Dienstag, 24. Januar 2006, 18:41

Grüß Dich Fred,

schön, dass es bei Dir keine Problemchen gibt.
Ich hatte heute noch eine E-Mail als Reaktion auf meinen Eintrag, die gleiche Probleme bzgl. C8 beschreibt, wie ich sie auch habe / hatte.

Gestern habe ich den Pegelmesser & Zähler "kalibriert". Das mit dem Zähler ging recht gut, das die Auflösung sowieso nicht so groß ist, relativ schnell hinzubekommen. Mit dem Pegel-/Leistungsmesser hat's etwas länger gedauert, da es doch Wechselwirkungen zwischen beiden Einstellungen (Steilheit & Konstante) zu geben scheint.
Insgesamt macht das nun einen ganz ordentlichen Eindruck. Bei 400 MHz & darüber hatte ich Abweichungen < 1dB bei Variation des Pegels, während bis über 100 MHz in jedem Fall < 0,3 dB (~7%) erreichbar sind.

Zwei Fragen an Dich:

1) Was für einen Kondensator hast Du für C8 (Typ, Wert) ?

2) Welche Version der Micro-Controller SW hast Du (sollte sicher neuer als V11 sein) ?

73, Joe
DF7TH

7

Mittwoch, 25. Januar 2006, 00:17

Moin Joe - dks für die Mail. Mein Gerät zeigt Version 3.2 an. C8 hat 100 nF. Ich habe jetzt erstmal einen Meßsender von ELV aufgebaut, ist noch ungetestet, also muss die Kalibrierung des HF-M noch ein bisschen warten. Und dann ist da noch die Stationsdirektorin ... Nun, eins nach dem anderen. Vielen Dank für die ausführlichen Anmerkungen; ich glaube DL2FI kann Dir weiterhelfen, sobald er wieder auf den Beinen ist.
vy72 Fred
vy73 de Fred DL6XAZ - E12 - EPC 1419 - FHC 763
FT-8x7 & KX1 #0808 etc.
Flying Pig #62 / DL-QRP 2543 / ARS-DL /SOWP

8

Mittwoch, 25. Januar 2006, 16:33

Hi Fred,

danke für die Info's. Ich habe schon mit Nikolai gemailt bzgl. Controller-/FW-Austausch.
Ist also schon in Bearbeitung ...

Muss mich jetzt aber irgendwann mal hinsetzen & den L & C-Bereich mal durchtesten, sowie dem Anzeigen-sprüngen nachgehen. Habe per Mail Oszi-Fotos bekommen, wo dies wohl auf Jitter verursacht durch die Spannungsvervielfachung im RS-232 chip hervorgerufen wird.
Bleibt die Frage ob kapazitiv oder induktiv - oder über die Massebahn - eingekoppelt ...

>Meßsender von ELV
Welchen ?

73, Joe
DF7TH

KX1 #1029

9

Mittwoch, 25. Januar 2006, 18:02

Joe - habe Dir PN gemailt.
vy73 de Fred DL6XAZ - E12 - EPC 1419 - FHC 763
FT-8x7 & KX1 #0808 etc.
Flying Pig #62 / DL-QRP 2543 / ARS-DL /SOWP

10

Samstag, 1. April 2006, 10:39

Messproblem

Hallo QRPler,

bei ersten Tests mit meinem fertiggestellten HF-Multimeter (Software Ver. 11) arbeiten bis auf die Induktivitätsmessung alle anderen Funktionen zufriedenstellend. Die Kalibrierung habe ich noch nicht vorgenommen.

Bei der I-Messung läßt sich die Anzeige wie vorgesehen auf "Null" stellen, bei angeklemmtem Messobjekt erfolgt jedoch keine Anzeige. C10 habe ich bereits auf 10µ verändert. Damit konnte ich die vorher nicht funktionierende C-Messung aktivieren, Induktivitäten werden aber nach wie vor nicht angezeigt. Aufgrund uneinheitlicher Aussagen in diesem Forum habe ich C8 bisher bei 100n (keramisch) belassen.

Wer kann mir einen Tip geben, wie ich dieses Problem angehen kann?

73, Tassilo

11

Samstag, 1. April 2006, 11:59

--gelöscht--

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Samstag, 1. April 2006, 22:09

RE: Messproblem

Hallo Eric,

vielen Dank für Deine Informationen. Ich bin völlig überrascht über die Veränderungen, die sich mittlerweile ergeben haben. Deine Vermutung ist richtig, ich habe das Gerät vor einigen Jahren direkt vom Entwickler bezogen und hatte erst jetzt die rechte Muße, den Aufbau durchzuführen.

Ich werde Deinen Tips folgen.

73, Tassilo